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Verfasst: 13.02.2004, 21:25
von Tess
@GenE: Ich hab den Trailer vor ein paar Wochen auf RTL2 gesehen...wahrscheinlich wars du tatsächlich zur falschen Zeit am falschen Ort :)

Verfasst: 15.02.2004, 13:41
von tha Godfather

Verfasst: 18.02.2004, 19:20
von AvE
Close Up News 08 2003, http://www.closeup.de-Newsletter vom 18.02.2004
Neu im Kino am 19. Februar 2004
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Drama "Unterwegs nach Cold Mountain"

Mehrfach verwundet und zermürbt vom Blutbad des amerikanischen Bürgerkriegs, flieht der Konföderierte Inman (Jude Law) zurück nach Hause, nach Cold Mountain. Dort wartet Ada (Nicole Kidman) auf ihn, die Frau, die er kaum kennt, doch liebt. Bis Sehnsucht erfüllt wird, kämpfen beide an unterschiedlichen Fronten ums Überleben. Denn das Gift des Kriegs hat überall Angst, Hunger und Gewalt gesät...

Top-besetztes, für 7 Oskars nominiertes Drama – unbedingt anschauen!

Wertung: 5 von 5 Sternen

Verfasst: 19.02.2004, 23:21
von GenE
Habe den Film heute gesehen, wen es interessiert, meine Meinung (kurz & bündig):

Liebesschnulze hoch 10. Vom Bürgerkrieg wird nix erwähnt, es werden nur einige "herzergreifende" Szenen gezeigt, was so ein Krieg nach sich trägt. Die Szenen wechselten immer von 2 Sichten; wechsel "Action" - Drama.
Kurz zu Natalie P.: Habe von ihr noch nicht so viele Filme gesehen! Aber in diesen hat sie eine relativ kleine Rolle (vl. 10min. insg.). Und ich glaube viel kann man auch nicht über sie sagen, keine Ahnung was da die Kritiker schrieben / geschrieben haben über Sie, aber ich koennte da net so viel erzählen.
Sers

Verfasst: 20.02.2004, 9:53
von Jon McNichol
Hab ihn mir diese Nacht angesehen und alle meine Erwartungen wurden erfüllt. Bin zwar nicht so der Kidman-Fan (Gesicht: 6, Körper: 8.5, Persönlichkeit: 4 *g*), aber sie hat ihre Rolle echt gut gespielt. Der Humor kam ebenfalls nicht zu kurz und es gab einige Szenen, wo der ganze Saal gelacht hat (naja, eigentlich waren höchstens 30 Leute da, aber wer geht schon nach 23 Uhr ins Kino *g*). Am allerschönsten waren natürlich die Szenen mit Nat (*seufz*), obwohl die Synchronstimme zunächst etwas irritierend war.
Alles in allem ein Film, der zu meinen Favoriten dieses Jahres zählt und hoffentlich irgendwann seinen Weg in meine DVD-Sammlung findet.

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"Also, ich werd jetzt mal weglaufen, Puh."

Verfasst: 20.02.2004, 11:09
von GenE
Jon McNichol,
klar ist es deine Meinung und ich weiß ja nicht auf was fuer Filmerichtungen (ACtion, Drama, Romanze...) du stehst, aber unter den Favoriten?
Klar, eine Szenen waren zum "lachen" - aber das ist so gut wie in fast jeden Film heutzutage so! Kidman geilste Szene war, wo sie ihren arsch kurz zeigte und die eckligste, wo eine dicke Frau auf den Priester sahs und man den ganzen nackten 200kg-Körper sah...

Verfasst: 20.02.2004, 20:13
von Jutze
Fazit: "Unterwegs nach Cold Mountain" ist so ziemlich das Hirnloseste, was ich je im Kino gesehen habe. Wirklich jede Person tut Dinge, die bei jedem Zuschauer heftigsten Kopfschmerz verursachen. Bei manchen ist das natürlich als Folge des Kriegs zu betrachten (z.B. Sara und auch Inman). Aber gerade die Menschen in Cold Mountain sind einfach nur bekloppt. Dementsprechend kommt wenig Gefühl auf. Zumindest dachte ich die meiste Zeit über nur "Ihr seid doch doof, warum tut ihr das!? Die werden euch doch finden, foltern, erschießen!"

Handlung: Inman liebt Ada, Ada liebt Inman, Inman zieht in den Krieg, Inman desertiert und flieht nach drei Jahren zurück zu Ada. Es treten jede Menge schräge Leute auf, die dann (gegen ihren Willen) gefunden und/oder gefoltert und/oder erschossen werden.

Bürgerkrieg: Zu Beginn gibt es erschreckend reale Szenen aus Petersburg. Jede Menge blutige Stumpen werden gezeigt und der Wahnsinn ist überall. Hut ab vor diesem Realismus.

Natalie Portman: Schreit viel und darf mit Jude Law kuscheln.

Tits & Ass: Jepp; allerdings findet die NBA (Natalie Breast Action) unterhalb der Leinwandgrenze statt.

Renée Z.: Rettet den ansonsten hoffnungslos gesichtslosen Film mit Witz und Charme.

Jude Law: Sieht gut aus, wenngleich ich ihn mit Vollbart mit Obi-Wan Kenobi verwechselt habe ("Heh, falscher Film?!").

Nicole Kidman: Hat leider eine Sprechrolle.

Drehbuch: Oje, oje, oje. Hier paßt rein gar nichts. Siehe auch Nicole Kidman.

Sonstiges: Ich hoffe für NP, daß sie nur deshalb mitgespielt hat, weil sie mal mit Jude Law kuscheln wollte. Ich meine, ich würde auch in so einem Murks-Film mitspielen, dürfte ich dabei mit Natalie kuscheln, keine Frage. Aber ich weiß nicht, was bzw. wer - außer vielleicht Renée Z. - Oscar-würdig wäre. Selbst der an sich saubere Schnitt leidet unter den ewigen Vor- und Rückblenden im ersten Drittel des Films.

Also: Schaut euch lieber TRUE an!

Jutze
(TRUE > Cold Mountain)

Verfasst: 20.02.2004, 20:38
von GenE
jo jutze,
sehenswert is der überhaupt NICHT.
aber so crass dumm waren die nun auch nicht :wink:

Verfasst: 29.02.2004, 12:26
von Yo-Ghurt
Oje, oje, welch vernichtende Urteile, wenn überhaupt welche abgegeben werden. Also ich hab den Film gestern auch endlich gesehen und gebe hiermit meinen Senf dazu:
Jutze hat geschrieben:Fazit: "Unterwegs nach Cold Mountain" ist so ziemlich das Hirnloseste, was ich je im Kino gesehen habe.
Na, dann hast Du wohl John Carpenters "Vampires", Blade 2, Last Samurai, Die Wutprobe, Armageddon, Matrix 3 etc. verpasst. Du Glücklicher.
Jutze hat geschrieben:Handlung: Inman liebt Ada, Ada liebt Inman, Inman zieht in des Krieg, Inman desertiert und flieht nach drei Jahren zurück zu Ada.
Wenn man das so versteht, klingts freilich ziemlich banal. Der Witz ist aber der, dass sich Ada und Inman zu Anfang eigentlich überhaupt nicht lieben, sondern noch in der Phase ungeschickten Abtastens steckengeblieben sind. Sie kennen sich überhaupt nicht, haben kaum miteinander gesprochen. (Ada kann die Worte zählen, die sie miteinander gewechselt haben.) Erst die Erfahrung von Einsamkeit und Hilflosigkeit durch Verlust des Vaters (Ada) und Krieg (Inman) lässt den jeweils Anderen zu einem Phantasma der Hoffnung auf Erlösung werden.

Alle Kritiker, die vorher geunkt haben, zwischen Law und Kidman funke es nicht richtig, haben offenbar nicht kapiert, dass eine leidenschaftliche Liebe gar nicht in die Geschichte passen würde.
Jutze hat geschrieben:Nicole Kidman: Hat leider eine Sprechrolle.
Kidman ist eine hervorragende Schauspielerin. Alle Zweifler, Schande über sie :wink:, mögen sich "Dogville", "Moulin Rouge", "The Hours" und "Der menschliche Makel" ansehen. Ob sie persönlich eine hohe Charakterwertung verdient hat, ist mir dabei völlig Banane.
Jutze hat geschrieben:Natalie Portman: Schreit viel und darf mit Jude Law kuscheln.
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass sie ihre Sache dabei ziemlich gut macht.
Jutze hat geschrieben:Tits & Ass: Jepp; allerdings findet die NBA (Natalie Breast Action) unterhalb der Leinwandgrenze statt.
Jutze, wieso schreibst Du eigentlich nicht "Titten und Ärsche"? Weils auf Englisch cooler klingt? Stimmt, auf Deutsch wirkt das irgendwie ziemlich banal.

Mein Fazit: Keine "große Kunst", aber anschauen lohnt sich allemal!

Verfasst: 01.03.2004, 10:45
von Robert
Oscar für Renée Zellweger als "beste Nebendarstellerin". Der Rest war Hollywood-Routine, um seine eigenen Blockbuster zu feiern. Schade ists für Keisha, die den Oscar als "beste Hauptdarstellerin" für ihre meines Erachtens fantastische Darstellung in "Whale Rider" verdient hätte. Das findet auch Spiegel Online.
SpOn hat geschrieben:Denn ebenso vorhersehbar wie das Doppelpack Bester Film/Beste Regie für "Die Rückkehr des Königs" war auch die Vergabe des Oscars für die beste weibliche Hauptrolle an Charlize Theron, die sich in dem Drama "Monster" so hässlich gemacht hatte, dass man ihr schon allein für diesen Mut zur Maske einen Preis geben musste. Ein sicherlich verdienter Gewinn der 28-jährigen Südafrikanerin, gleichwohl hätte auch die Academy Mut beweisen können, hätte sie die Auszeichnung an die erst 13-jährige Keisha Castle-Hughes aus "Whale Rider" oder an die grandiose Naomi Watts ("21 Grams") gegeben.
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Robert

Verfasst: 07.03.2004, 17:10
von JulieX
also ich weiß nicht was ihr alle habt, mir hat der film gut gefallen. es gibt zwar auch bessere filme aber auch schlechtere.obwohl ich auch sagen muss dass diese liebe zwischen nicole kidman und jude law nicht richtig rübergekommen is, was irgendwie schade ist. aber am besten waren eindeutig renee zellweger und natalie,obwohl ihre rolle relativ kurz war. ich find der film ist echt sehenswert.

Verfasst: 08.03.2004, 20:30
von Bossi
Angesichts privater Umstände musste diese Kritik leider einige Zeit auf sich warten lassen. Nun ist sie aber fertig und ich hoffe, dass sie euch gefällt.

Eine leise, bedrückende Melodie erhebt sich aus den Tiefen der düsteren, nebligen Konturen einer Hügellandschaft; wir fliegen über ein Schlachtfeld des Amerikanischen Bürgerkrieges, der im Jahre 1856 die Staaten erschüttern ließ. Es ist noch früh am Morgen, die amerikanischen Truppen - vor kurzem noch kriegsfreudige Bewohner der kleinen Gebirgsdörfer - liegen Kampfbereit verbarrikadiert hinter riesigen Geschützen, bewaffnet bis an die Zähne. Man spühr förmlich die Ruhe vor dem Sturm, nicht ein einziger Windhauch mag die Stille zu durchbrechen. Plötzlich, mit einem gewaltigen Schlag biegt sich die Erdkruste, bricht in Schollen und rast gleich dem Getöse eines explodierenden Vulkans in die Luft - der Stützpunkt bricht von innen heraus auseinander - die Angreifer hatten Tunnelsysteme unter die Festung gebaut, in denen sie enorme Mengen an Sprengladungen plaziert hatten.
Doch genau an dem Punkt, an dem das Gemetzel scheint, sein Höhepunkt erreicht zu haben, bricht die Spannung schlagartig ab, der Zuschauer erfährt einen Zeitsprung und wird in die Anfänge des Kernthemas eingeführt.
Noch ist von Krieg keine Spur zu sehen, noch zu erahnen; ein sonniger, hellblauer Frühlingstag empfängt uns, man hört das Hämmern und Sägen eines lebend, wachsenden Dorfes. Eine Gruppe Schreiner, Tischler und Dachdecker ist eifrig mit dem Neubau einer Kapelle beschäftigt. Unter ihr fällt ein Mann auf; er wirkt bedrückt. Wir erkennen ihn wieder, es ist der Soldat, der sich mit letzter Not und schwer verwundet aus dem Hinterhalt retten konnte - besser gesagt: Er wurde gerettet. Eine fein gekleidete, edle Dame erscheint, bringt den Arbeitern ein Tablett Apfelsaft. Wir erfahren später ihren Namen - Ada heißt sie. Inman wechselt ein paar Worte mit ihr, bei denen man sich zwischen einer zu- und dennoch abneigenden Stimmung hin und hergerissen fühlt. Dennoch scheinen die beiden nicht durch Zufall aufeinander getroffen zu sein. Zwischen Ada und Inman hat sich eine diffuse, nicht eindeutige Beziehung entwickelt und doch vermutet man eine tiefe Verbindung zwischen ihnen.
Plötzlich geht alles schneller, als man es überhaupt wahrnehmen kann. In der Erwartung, mehr über die Entwicklung dieser Zweisamkeit zu erfahren, nimmt man plötzlich eine Spannung wahr, die in der Luft liegt. Es ist gerade Sonntagsandacht, die Bewohner des Dorfes haben sich in der Kapelle versammelt, als vorsichtig ein Mann hereintritt und einem weiteren etwas zuflüstert. Er steht auf, ein weiterer Folgt. Plötzlich ein vor Freude, ja fast schon vor Erlösung heraussprudelnder Ausruf: "Krieg! Es ist Krieg!" Wenige Augenblicke später tut sich auf der Straße vor der Kapelle ein Tumult auf, das ganze Dorf kommt zusammen, um die frohe Botschaft zu feiern - doch nicht alle treten dem Ereignis mit derartiger Begeisterung entgegen. Ada sieht Inman hinterher, als er bestürzt die Kapelle verlässt. Eine eiserner Geschmack gesellt sich zu der widersprüchlich frohen Frühlingsatmosphäre. Auch Inman realisiert langsam, was das für ihn bedeutet - und Ada.
Wieder ein Zeitsprung; wieder befinden wir uns im Elend des Krieges. Inmans Zuneigung zu Ada ist mittlerweile zu einer tiefen Beziehung ausgewachsen. Schwer verwundet in einem Lazaret liegend erhält er einen Brief Adas, der es geschafft hat, bis zu ihm durchzukommen. Der quälende Gedanke, ob Ada überhaupt noch an seine Rückkehr glaubt, erwacht in ihm und droht, ihm den letzten Lebenswillen zu entziehen.
Noch öfters springt der Handlungsstrang zwischen der Gegenwart und der Vorgeschichte hin und her, seitdem Inman seine Flucht angetreten hat. Er hat nur noch ein Ziel: Zurück zu Ada zu kehren und seinem Leben einen Sinn zu geben. Leider scheint die Rückkehr nach Cold Mountain einfach zu real für eine Verfilmung: Zu leblos, zu verzweifelt, zu hoffnungslos - und sie scheint, gar kein Ende nehmen zu wollen. Das alles wird unterstrichen von Jude Laws völliger Ausdruckslosigkeit, mit der er seine Rolle spielt. Man erwartet keine Gefühlsstürme, schließlich handelt es sich um ein Kriegsdrama. Auf der anderen Seite aber wird man das Gefühl nicht los, ein Menschenleben vor sich zu haben, das mit dem Diesseits bereits abgeschlossen hat, bevor es überhaupt angefangen hat. Man möchte meinen, man würde nicht vorwärtskommen. Nicht vorwärtskommen, während die Welt an einem vorbeizieht. Die zahlreichen Nebenrollen, sei es eine alte Frau, die einsam in ihrer Hütte im Wald versucht, sicheren Abstand vom Krieg zu bewahren und über die Runden zu kommen oder seien es zwei heitere Musikanten, die nichts und wieder nichts betrüben kann oder sei es eine einsame Witwe, zurückgelassen, den Klauen des Feindes ausgeliefert, die nur noch die Liebe zu ihrem Baby am Leben hält, scheinen kein Vergleich in Hinsicht auf Vielfalt und Ausdrucksfülle im Gegensatz zu Inmans Auftritt zu sein; man möchte fast die Rollen vertauschen können. Was die emotionale Audruckskraft angeht, die in keinster Weise packender, emotionaler und gleichzeitig zermürbender uns hätte vermittelt werden können, so möchte ich hier ein paar Worte - immerhin die wichtigsten dieser Kritik - über die Witwe Sara aufschreiben.
In einer der vielen eisigen Winternächte versucht Inman aufs Neue, Unterkunft zu finden. Eine einsame Hütte im Wald zeichnet seine Konturen in die Schatten der Nacht, durch das Fenster sieht man, neben Wärme spendendem Feuerschein, eine Frau. Sie hält ein Neugeborenes in ihren Armen als sei es ein Teil ihrer selbst. Inman bekommt Unterkunft bei ihr. Die Witwe Sara, eine der vielen Opfer des Krieges, hat nicht mehr als sich selbst und ihr Baby zu retten vermocht. Das Dach über dem Kopf scheint nur noch einen rein formalen Charakter anzunehmen. Die Verzweiflung, der tiefe Schmerz ihres Verlusts und die Leere, die Aussichtslosigkeit ist ihren Augen abzulesen. War man bisher gewohnt, Gefühle, Gedanken und Emotionen aus eigener Fantasie erwachsen zu lassen, so bekommt man diese auf einem Silbertablett serviert. Natalie legt eine solch prägnante, einfühlsame und fesselnde Schauspielkunst an den Tag, wie man es von ihr gewohnt ist. Wie man es von ihr aber ebenso gewohnt ist, ist man wiedereinmal beeindruckt und überrascht zugleich durch ihre fantastischen Fähigkeiten, sich in Rollen zu versetzen, deren Qualitäten unheimlich ausgeprägte Lebenserfahrungen vorraussetzen müssten. Wieder einmal beweist sie ihre Gabe, Gefühle, Eindrücke und Charakterzüge zum Vorschein zu bringen, mehr noch, den Betrachter dermaßen zu fesseln, während man sich nur noch fragt, woher sie diese Lebenserfahrung hat, sich in solch schwierige Rollen versetzen zu können.
Atmet man auf, als ein Soldat verbotener Weise Saras in der Kälte zurückgelassenes, völlig enthüllte Baby, wieder zudeckt, bleibt einem einen Augenblick der Atem stehen, als sie zum Gewehr greift, um gerade diesen zur Strecke zu bringen. Erst nach einer Weile wird einem der Tiefer Sinn wahr, der die Ungerechtigkeit und Grausamkeit des Krieges herauskristallisiert: Dass in den düsteren Tiefen des Krieges gerade die leiden, die es nicht verdient haben.
Nach diesen eindrucksvollen Szenen saß ich im Kinosessel als mir einfiel, weiterzuatmen - ein tiefes "Luftholen" war nicht zu verhindern.

Die Ruhe vor dem Sturm, oder auch die Irreführung und Hoffnung auf ein "Happy End" leitet schließlich den Endteil des Epos ein, welche scheint, das tragische Ende noch zerreißender zu gestalten. Ein fast traumatisch wirkendes Motiv - von Symbolik überflutet - brennt tiefe Bilder in des Zuschauers Gedächtnis.

Wäre die Basis dessen, was den Film erzählt, so massiv und breit gebaut wie die vielen Verzierungen dieser Basis es waren, so hätte Cold Mountain ein durchgängig packendes Drama werden können. Leider fehlte aber einfach der Faktor, der den Zusammenhalt und die tragende Spannung des Films gewährleistet. Vielleicht ist ein Teil der negativen Kritik auch dem Kino zu verdanken, welches eher einer ausgebauter Scheune mit semiprofessionellen Hobbyfernsehguckern glich - der Vorhang schloss sich noch bevor der Abspann zu Ende war, die ganze Anglage ging ebenfalls vorzeitig schlafen - ein abrupter Filmschluss.
Trotz alledem hatte der Film seine Reize, ohne gesondert erwähnen zu müssen, worin sie lagen.

Verfasst: 09.03.2004, 11:34
von natangel
Also ich habe mir den Film vor ein oder zwei Monaten reingezogen und ich fand ihn tooodlangweilig. Bin beinahe eingeschlafen. Natalies Szene fand ich fast noch am "spannensten". Ihr Part hat mir gut gefallen. Aber Nicoe und Jude....also ich muss sagen. Die zwei haben beide schon bessere Filme gedreht. Anyway, die Landschaft fand ich jedenfalls cool in dem Film :smile:

Cheers

Julia (die nicht mehr aus Melbourne weg kommt)

Verfasst: 15.03.2004, 23:34
von Aleph
Eine der weniger freundlichen Kritiken bei der Netzeitung kennt auch etwas Lob:
Netzeitung hat geschrieben:Doch fallen währenddessen vor allem die Nebenrollen positiv auf: Philip Seymour Hoffman als promiskuitiver Priester, Natalie Portman als herzzerbrechend verzweifelte Kriegswitwe und Eileen Aitkins als verschrobene Alte, die mit Ziegen im Wald lebt.
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Aleph

Verfasst: 15.03.2004, 23:40
von Aleph
Und noch viel anerkennendere Worte von der Rheinischen Post:
Rheinische Post hat geschrieben:Die beste und emotional gelungenste Episode ist aber die Begegnung mit der jungen Witwe Sara, die er mit ihrem Baby vor marodierenden Soldaten schützen muss. Zwischen Sara, verkörpert von der eindrucksvoll spielenden Natalie Portman, und dem Deserteur knistert es erotisch viel stärker als zwischen ihm und seiner geliebten Ada.
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Aleph